Bewertung
Wasserdichte Schuhe sind für jeden Bergsportler unabdingbar. Egal ob es regnet, man durch Pfützen oder kleine Bäche laufen muss, durch Schneefelder oder nur durch nasse Wiesen, es gibt viele Situationen, in denen sie das Leben erleichtern. Außerdem sind sie meistens etwas wärmer und für kühlere Bergtage so bestens geeignet. Ein Schuh, der zusätzlich den Fuß unterstützt, klingt vielversprechend.


Technische Daten
Futter: 100% PL
Zwischensohle: EVA & TPU
Brandsohle: Ortholite Foam 0.13 D 35 C, Polyester
Sohle: Gummi CMP FullOn GRIP
Obermaterial: Mesh 100%PL & Veloursleder


Gewicht
Ich habe für einen Schuh der Größe 38 335g gemessen. Zum Vergleich: Die AKU Selvatica GTX wiegen 392g (Gr. 38), die Scarpa Zen Lite GTX wiegen 377g (Gr. 37,5) und die Lowa Renegade wiegen 481g (Gr. 38). Es sind also die leichtesten Schuhe aus dieser Auswahl an wasserdichten Schuhen.
Technologien
Der Schuh hat eine CMP-eigene Profilsohle, die sich „Full On Grip“ nennt. Die Schuhe sind außerdem mit einer ClimaProtect Membran ausgestattet, die vor Witterung schützt und atmungsaktiv ist. Außerdem wird die sehr atmungsaktive und dämpfende Ortholite Brandsohle verwendet. Der Rigel Low hat außerdem ein System, um den Knöchel zu stützen. Ein Schutzband aus Kevlar verhindert außerdem, dass der Schuh schnell verschleißt und abgerieben wird. Das finde ich eine gute Idee, und bisher hat es auch gut funktioniert.

Sitz
Den Rigel Low gibt es nur in ganzen Schuhgrößen, und so habe ich ihn in Größe 38 genommen. Normalerweise trage ich Größe 37,5, mir passt er in 38 aber gut. Ich habe sehr schmale Füße, der Rigel Low hat zwar noch gut Platz, sitzt aber trotzdem gut. Durch die Schnürung kann man ihn auch individuell anpassen und ich kann ihn unten etwas enger binden, jemand mit breiteren Füßen entsprechend lockerer. Ich denke, dass er bei verschiedenen Fußformen gut passt. Bereits beim ersten Anprobieren fand ich die Rigel Low sehr bequem, und das hat sich auch auf Tour bestätigt. Ich habe keine Blasen bekommen, selbst bei der ersten Verwendung nicht, und mich in dem Schuh wohl gefühlt. Auch auf unwegsamem Gelände ist er stabil, die Stützfunktion scheint zu funktionieren, dadurch ist er allerdings auch etwas steif, vergleichbar mit dem Scarpa Zen Lite GTX. Die AKU Selvatica GTX kommen mir etwas weicher vor, die Lowa Renegade deutlich weicher. Ein bisschen nervig finde ich die Schnürsenkel der Rigel Low. Sie rutschen nicht gut und so muss man Loch für Loch stark anziehen, dass man den Schuh schnüren kann. Es dauert auf jeden Fall länger als bei anderen Schnürschuhen wie beispielsweise den Scarpa Zen Lite. Das liegt wohl daran, dass die Schnürsenkel ziemlich dick sind.

Sohle
Die Sohle der CMP Rigel Low besteht aus dem Gummi „CMP FullOn GRIP“. Ich habe die Sohle auf verschiedenen Untergründen getestet und kann sie gut mit der Vibram Sohle der AKU Selvatica GTX vergleichen, da ich beide Schuhe auf einer Tour dabei hatte, um den direkten Vergleich zu bekommen. Auf trockenen Untergründen konnte ich feststellen, dass die Vibram Sohle gering besseren Halt geboten hat. Vor allem auf Geröll, Fels oder Sand war der Unterschied merklich, auf Waldboden und Erde kaum. Im Schnee konnte ich interessanterweise gar keinen Unterschied feststellen. Auf nassen Untergründen zeigte sich dann aber der Vorteil der Vibram Sohle deutlich. Mit ihr kann man ohne Probleme über nasse Felsen, nasses Holz oder nasses Geröll gehen, während man mit den Rigel Low doch hin und wieder weg rutscht. Außerdem habe ich die Rigel Low beim Zelten eingesetzt, als es stark geregnet hat. Dabei musste ich häufiger durch Matsch laufen, der sich leider in der Sohle festgesetzt hat und das Profil „zugeschmiert“ – was dazu geführt hat, dass ich auf dem Fliesenboden im Waschhaus ausgerutscht bin.

Der Schuh wurde auf nassem Untergrund, …
… im Schnee, …
… auf Waldboden…
… und auf Felsen getestet.
Weitere Erfahrungen
Die Rigel Low sind auf jeden Fall warme Wanderschuhe. Ich habe in ihnen deutlich geschwitzt, obwohl die Temperaturen noch nicht sommerlich waren. Die Aktmungsaktivität hat auch nicht ausgereicht, um die gesamte Feuchtigkeit nach außen zu transportieren und so waren Socken und Schuh am Ende innen leicht feucht. Die AKU Selvatica GTX haben bezüglich der Atmungsaktivität auch leicht besser abgeschnitten. Dazu muss man dem Rigel Low aber zugute Halten, dass er mich nicht drückt, wie es der Selvatica tut. Für kältere Wanderungen oder den Einsatz beim Zelten ist er aber super, weil man an den Füßen nicht friert. Was ich außerdem super finde ist die Lasche an der Ferse, mit der man einerseits einfach in den Schuh schlüpfen kann und andererseits kann man die Schuhe dadurch wo hin hängen, sei es an den Rucksack oder bei Mehrseillängenrouten an den Gurt.
Wasserdichte
Der Matsch beim Zelten und der Schnee haben dem Schuh auf jeden Fall schon mal nichts ausgemacht. Ich habe allerdings noch einen Härtetest durchgeführt und mich mit dem Schuh in eine mit Wasser gefüllte Box gestellt. Bei einem ersten Test stand das Wasser 7cm hoch. Ich bin 15 min in der Box stehen geblieben und der Schuh war danach innen komplett nass – aber der Test war wohl etwas extrem, also habe ich noch einen zweiten durchgeführt und nur 4cm hohes Wasser verwendet. Nach 10min war der Schuh innen immer noch trocken. Der Schuh ist also nicht geeignet, um ewig in einem Bach oder See zu stehen, aber um durch Pfützen oder einen niedrigen Bach zu laufen, ist er dicht genug.

Meine Meinung
Meine persönliche Einschätzung nach dem ausführlichen Test ist folgende: Wer häufig wandern geht und dabei auch viel auf nassem Untergrund geht, dem würde ich zu einem Schuh mit Vibram Sohle wie dem Selvatica raten, da man schon deutliche Unterschiede im Halt bei Nässe und leichte Unterschiede im Trockenen merkt – und wenn man ausgewachsen ist, hat man so einen Schuh ja auch für sehr viele Jahre. Da würde ich persönlich lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen für den Mehrwert. Wer allerdings eher seltener Wandern geht (oder noch wächst und den Schuh nicht für viele Jahre tragen kann), oder einen wasserdichten Schuh für den Alltag oder so Einsätze wie Campen braucht, hat mit dem CMP Rigel Low einen Schuh mit top Preis-Leistungs-Verhältnis.
Unternehmen
CMP ist kurz für Campagnolo und ist ein italienisches Unternehmen, das 1960 gegründet wird. CMP startete mit Kleidung und Strickwaren im Großhandel, später kamen Fleece- und Softshellprodukte hinzu. Erst seit den letzten Jahren produziert CMP auch Schuhe (2014), Nahrungsmittel (2017) und Helme (2018). 2014 eröffnete der erste CMP Store in Cortina d‘Ampezzo, seitdem sind 13 weitere Stores hinzugekommen. CMP trägt außerdem drei verschiedene Trailrunning-Events aus.
Fazit
Ein Schuh mit super Preis-Leistungs-Verhältnis. Man muss für den günstigen Preis Abstriche beim Halt vor allem auf Nässe machen und auch die Atmungsaktivität ist etwas schlechter als bei GTX-Schuhen. Bequem sind sie aber auf jeden Fall!













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