Bewertung

Griast eich!
Ich habe mir vor kurzem meinen zweiten hohen Wanderschuh zugelegt. Dabei handelt es sich um den Lowa Ticam II GTX in der Farbe Anthrazit/ Orange.
Bei mir sitzen die Schuhe von Lowa wie angegossen, für meinen Fuß also der Ideale Leisten, welche Lowa verwendet. Ich bestelle meine Lowa Wanderschuhe tatsächlich auch immer Online, da ich meine Größe und Breite des Fußes kenne.
Dieses mal war es jedoch ein hin und her, welches Modell es werden sollte. Entschieden habe ich mich dann für den breiteren Einsatzbereich des Ticam II GTX. Laut Lowa Website ist dieser am besten geeignet für Mehrtageswanderungen, Fernwanderungen und Klettersteige.
Da wir uns einmal im Jahr immer auf eine einwöchige Zelt-Wanderung begeben mit circa 15 – 18kg auf dem Rücken sprach das schon Mal für dieses Modell. Aber was macht den Ticam II so geeignet dafür? Die Sohle wird von Lowa als steif bezeichnet, was der höchste Steifigkeitsgrad bei Lowa sein müsste. Somit lässt sich die Sohle nicht so leicht durchbiegen. Dies ist zum einen bei besonders viel Gewicht im Rucksack von Vorteil, da der Fuß sehr gut unterstützt wird und einen sicheren Halt gibt.
Zum anderen ist die steife Sohle sehr gut geeignet zum Klettersteig gehen. Mit dem Schuh kann sich auf kleinste Ausbuchtungen gestellt werden, ohne dass sich der Schuh verwindet, das ermöglicht stehen im Fels mit voller Gewichtsbelastung. Der Schaft des Schuhs ist auch nochmal etwas höher als gewöhnlich, was einen festen Halt im Schuh garantiert.

Dies waren die entscheidenden Punkte wieso ich mich für den Ticam als Schuh für Mehrtagestouren und Klettersteige entschieden habe. Kurz Vorweg, ich hatte den Schuh auch schon bei Tageswanderungen an, hier war er eher etwas unterfordert aber machte auch ein sau starkes Bild am Berg!
Der Ticam II GTX hat für einen Wanderschuh echt viele coole Features, welche zu mehr Komfort führen, diese möchte ich euch jetzt noch näher bringen:
1. Die Sohle (Vibram Apptrail) hat ein selbstreinigendes Profil (ich denke, das kennen viele von euch, wenn ihr auch eine Vibram Sohle an eurem Schuh trägt) Dies funktioniert bis zu einem bestimmten Grad auch wirklich gut. Bewegt man sich nur noch im Matsch vorwärts, verliert die Sohle diese Eigenschaft. Grundsätzlich hat man mit der Sohle extremen Halt auch bei Nässe und auf jedem Untergrund

2. Die Gore-Tex Membran sorgt für einen trockenen Fuß bei konstanter Atmungsaktivität und Winddichtigkeit. Wichtig hierbei ist, dass der Schuh regelmäßig imprägniert wird. Er kann zwar durch die Membran nicht wasserdurchlässig werden, aber saugt sich das Veloursleder voll Wasser kann der Schuh nicht mehr atmen.

3. Die 2 Zonen Schnürung ermöglicht es den Schaft unterschiedlich fest zu binden im Vergleich zum restlichen Schuh.
4. Das I-Lock liegt auf beiden Seiten des Schuhs am Beginn des Schafts. Zieht man den Schuh fest, fixieren diese die Schuhbänder und zum Binden des Schafts müssen diese nicht auf Spannung gehalten werden. Zum Lösen klappt man einfach einen kleinen Bügel nach oben. Funktioniert in der Praxis richtig gut und macht das Binden der Wanderschuhe richtig easy, außerdem kann genauer justiert und eingestellt werden. Dieses Feature liebe ich an den Schuhe und möchte ich nicht mehr missen.

5. Die Roller Eylets sorgen dafür, dass die Schuhbänder leichter durch die Ösen laufen, dadurch weniger Verschleiß der Schuhbänder bzw. der Ösen und die Schuhe können besser geschnürt werden.

6. Für mich der erste Schuh, welcher X Lacing hat. Der Schuh wird am oberen Schaft so gebunden, dass die Zunge fixiert wird. Somit kann die Zunge nicht mehr seitlich in den Schuh rutschen. Funktioniert super, das Problem hatte ich nämlich bei langen Touren immer.

7. Die Flexfit Zone bietet Komfort, indem sich der Schaft leicht beugen lässt, somit kann der Schuh besser abrollen, da er flexibel ist. Ein nach hinten versetzter Tiefzughaken bindet die Ferse verstärkt in die Schnürung mit ein und fixiert diese zusätzlich. (Hierauf müsst ihr mal achten ob das euer Schuh auch hat, finde ich ganz interessant aber auch sinnvoll den Fersenhalt zu verbessern)
8. Lowa Flex: Jede Öse ist auf einem einzelnen Schnürteil befestigt, somit lassen sich diese flexibel bewegen und beeinflussen sich nicht gegenseitig bei der Schnürung.

9. Sollte die Sohle abgelaufen sein, besteht die Möglichkeit den Schuh neu zu besohlen. Finde ich super, da am meisten ja die Sohle in Mitleidenschaft gezogen wird, oft ist der restliche Schuh noch einwandfrei. So kann er weiter verwendet werden, man spart sich Geld (Besohlen kostet circa 100€) und agiert Nachhaltig. Ich werde dies jetzt auch bei meinem anderen Lowa Modell in Anspruch nehmen (:
10. Der Schuh wird mit der Klebegezwickten Bauweise konstruiert, was eine alte Handwerkskunst ist, der Schaft wird hierbei um den Leisten gezwickt und dann verklebt. Meine Haferlschuhe wurden so zum Beispiel auch gefertigt. Also auch Tradition bei der Herstellung bei Lowa.
Der Oberfläche des Schuhes ist aus Veloursleder wobei ein Großteil des Schuhes oberhalb der Sohle zum Schutz nochmal mit einer Plastikschicht überzogen ist.
Das Paar wiegt laut Hersteller 1640 Gramm, ich habe das nachgewogen und komme auf 1731 Gramm. Preislich liegt er bei 280 € UVP, Online gibt es hin und wieder Angebote knapp unter 240 €.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem neuen Wanderschuh, musste diesen nicht einlaufen und hatte noch keine einzige Blase. Die ganzen Features des Schuhs kommen eben mit dem Preis und sind wirklich nice to have aber dennoch kein Muss. Dieser Wander- bzw. Bergsteigschuh ist gemacht für härtere Einsatzbedingungen. Will man nur Tagestouren gehen, wäre dieser Schuh meines Ermessens nach zu übertrieben.
Es gibt andere Modelle die dafür besser geeignet sind. Für mich ist dies aber einer der besten Schuhe für eben genau meinen Einsatzbereich, dem Klettersteig gehen und für Mehrtagestouren. Es gibt jedoch ein paar Features, auf welche ich nie verzichten würde, das ist zum Beispiel die Membran.
Hier ist Gore-Tex der Marktführer, jedoch gibt es auch Marken welche die Membran selbst entwickeln, aber ohne geht meiner Meinung nach nicht. Ebenso die Sohle ist extrem wichtig, schließlich ist dies der Kontakt zum Boden. Brilliert hat er wirklich auch im Klettersteig, hier wird der Fuß deutlich entlastet durch die steife Sohle. Ich bin gespannt wie er sich auf unserer nächsten einwöchigen Tour macht, auf so einer langen hatte ich ihn bis jetzt noch nicht mit dabei. Aber das werde ich unter den Kommentaren dann nachtragen.
Pfiats eich!




















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