Bewertung
Scarpa Mojito Trail GTX

Einsatzbereich:
Der Einsatzbereich des Mojito zeigt sich entgegen seines Namens „Trail“ doch eher bei Wanderungen im mittellangen Bereich und in mittleren Höhenlagen. Ebenso lässt sich der Schuh natürlich auch gut in Städten bzw. als normaler Freizeitschuh tragen. Der Name Trail sollte einen nicht dazu verleiten lassen, an einen Trailrunningschuh zu denken, denn dies ist der Mojito gewiss nicht.
Material:
Das Obermaterial des Mojitos besteht zunächst einmal aus Suede-Leder. Was darf man sich darunter vorstellen?
Laut https://www.softart-leder-shop.de/btc/leder-lexikon/begriff/suede handelt es sich dabei um
„ein schönes und weiches Wildleder, welches eine aufgeraute Oberflächenstruktur aufweist und einen weichen und warmen Griff besitzt“. Wie alle Raulederarten sei Suede ein sehr empfindliches Leder, das gepflegt und sorgfältig behandelt werden sollte, so dass man den Schuh schon vor dem ersten Gebrauch imprägnieren sollte und auch bei Verschmutzungen des Schuhs vorsichtig tätig werden sollte. Bei größeren Verschmutzungen sollte man mit einer Lederbürste sanft gegen den Strich striegeln.
Das Innenmaterial besteht aus Synthetikfutter, zwischen Innen und Außen liegt die Gore-Tex Performance Comfort Membran, welche den Schuh wasserdicht macht.
Sohle:
Ausgestattet ist der Mojito mit der bekannten Vibram-Salix- Sohle mit ihrem griffigen Profil. Meines Erachtens geht nichts über die aus Italien stammende Vibram-Sohle. Zwischen Schuh und Sohle ist der Mojito noch mit einer dämpfenden EVA-Zwischensohle. Bei EVA( Vermischung aus Ethylen und Vinylacetat ) handelt es sich hierbei um ein elastisches Material, das gesintert werden kann und dadurch ein poröses Material bildet, das Gummi ähnelt, aber dennoch extrem widerstandsfähig ist.

Features:
Geschützt wird der Schuh durch eine gummierte Zehen- und Fersenschutzkappe.

Die Schnürsenkel folgen der Kletterschuhschnürung, was sich letztlich aber wieder individuell anpassen lässt. Dabei sind die obersten drei Ösen verstärkt, die anderen sind einfache punktierte Löcher, in der Hoffnung, dass diese nicht einreißen werden.
Der Praxitest:
Der Scarpa wurde von mir auf mehreren Tageswanderungen im Mittelgebirge getestet.

Passform:
Da ich selbst eine schmale Leiste bevorzuge, ist das erste Hineingleiten in einen neuen Schuh immer spannend. Und hier direkt die positive Überraschung: Er passt . Somit kann ich den Schuh für Leute, die ebenso einen schmalen Fuß haben und eine enge Passform bevorzugen, empfehlen. Ebenso ist positiv zu erwähnen , dass der Schuh völlig normal in seiner Gesamtgröße ausfällt, so dass ich meine normale Schuhgröße auswählen konnte. Auch musste ich die Schuhe in keinster Weise einlaufen, so dass ich mir keinerlei Blasen lief.
Spannend wird jedoch zu beobachten sein, inwiefern die Naht an der Ferse sich entwickeln wird. Dies ist bei mir immer wieder die neuralgische Stelle für Scheuerstellen. Da bei dem Scarpa man direkt eine Naht an dieser Stelle gezogen hat, bin ich sehr gespannt, ob auch nach längerem Tragen diese Naht noch hält.

Verhalten auf dem Trail:
Der Scarpa hat mich verlässlich auf den o.g. Wanderungen begleitet. Dabei hatte ich nie das Gefühl von Ermüdungserscheinungen an den Füßen. Auch verhielt sich der Scarpa absolut verlässlich bergab, so dass die Sohle zu keiner Zeit wegrutschte. Auch auf Laub zeigte sich der Scarpa trittsicher.


Aufgrund des GTX Materials des Schuhs sollte sich jedoch auch eine Schwierigkeit einstellen. Meinem Fuß wurde warm. Dies ist natürlich immer die Kehrseite der Medalie bei wasserdichten GTX Schuhen. Zwar kommt kein Wasser rein, aber die Ventilation und der Luftaustausch wird um einiges schwieriger. So war ich immer wieder erfreut, während einer Pause die Schuhe ausziehen zu können und meinen Füßen ein wenig frisch Luft bieten zu können. Aus diesem Grund wäre der Schuh für mich passender im Frühjahr oder Herbst einsetzbar, weniger aber im Sommer oder im Hochsommer.
Des Weiteren hat mich Grobmotoriker die Schnürung ein wenig genervt. Ein einfaches schnelller und Enger-Zuziehen, ist m.E. nicht so einfach, so dass man immer wieder von oben die nötige Bandlockerheit erreichen muss, um am unteren Bereich eine größere Festigkeit zu bekommen. Gerade mit kalten Fingern kann dies nervig werden. Das Gute ist jedoch, dass man dieses Verstellen der Festigkeit wahrscheinlich nicht so häufig vornehmen sollte. Meistens sollte man jedoch nach ca. 20 bis 30 Minuten Wanderung die Schnürung noch einmal verstärken bzw. nachziehen. Pluspunkt hingegen ist wiederum, dass die Schnürsenkel nicht platt sondern rund sind und somit einem Verdrehen entgegen gesteuert wird.
Die Zunge, welche ab der 3. und 4. Öse fest vernäht ist, hat mich zu keinem Zeitpunkt des Praxistests in irgendeiner Weise gestört. Dafür Daumen hoch.
Praktisch zum An- und Ausziehen und zum späteren Weghängen bzw. an den Rucksack Hängen sei noch die kleine Schlaufe über der Ferse zu benennen.

Die Wasserdichte der Schuhe versuchte ich anhand eines fast 30 minütigem Wanderns durch hohes nasses Gras sowie durch das sanfte Hineingehen in einen Fluss zu überprüfen.

Hier zeigte sich der Mojito absolut zuverlässig. Das Problem, das bei einige andere Tester schilderten, dass Wasser an der Zunge durchsickerte, kann ich nicht bestätigen. Das Wasser perlte hingegen einwandfrei am Suede-Leder ab, so dass sich dieses auch nicht mit Wasser vollsaugen konnte.

Dementsprechend war der Schuh auch in kürzester Zeit wieder vollkommen trocken. Vorteil ist dadurch auch, dass der Schuh im Gegensatz zu Lederschuhen nicht schwerer wird durch das aufgesogene Wasser.

Fazit:
Wer einen robusten Schuh fürs Mittelgebirge oder für die Freizeit sucht, wird mit dem Scarpa Mojito keinen Fehler machen. Im Gegenteil: Man bekommt mit dem Mojito einen zuverlässigen und sehr gut verarbeiteten Schuh mit einer hochwertigen Vibram-Sohle. Für leichte Gebirgstouren ist mir der Schuh hingegen zu schwer, für den Sommer ist er mir zu warm. Nutze ich ihn aber im Frühjahr und Herbst punktet er durch seine GTX-Membran und der damit einhergehenden Wasserdichte. Der Geröllschutz und die Freizeittauglichkeit des Schuhs (neben der Farbe Ocean gibt’s es den Mojito auch noch in der Farbe shark /grau) tun letztlich ihr Übriges, um den Schuh mit vollen 5 Zelten zu bewerten.



















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